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Diabetisches Fußsyndrom in Berlin behandeln

Das Wichtigste in Kürze

  • Dr. Fiedler hat über viele Jahre hinweg die Fußambulanz des Helios Klinikum Berlin Buch geleitet und ist erfahrener Experte in der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms.

  • Jede neue offene Stelle am Fuß gehört bei Diabetes innerhalb weniger Tage untersucht.

  • Fehlender Schmerz ist kein gutes Zeichen – er bedeutet, dass die Nerven bereits geschädigt sind.

  • Wir prüfen Nerven, Durchblutung und Wunde in einem Termin, Gefäßultraschall in selber Praxis

  • Ohne Druckentlastung heilt keine Wunde am Fuß – Entlastungsschuh und Einlagen gehören dazu. Wir kooperieren mit Schuhmachermeister.

  • Bei Fieber, Rötung, Schwellung oder schwarzer Verfärbung sofort ärztlich vorstellen.

  • Wustrower Str. 20, 13051 Berlin-Lichtenberg · Telefon 030 24334370.

  • Eröffnung 11. Januar 2027 · Terminvergabe ab Oktober 2026

Dr. med. Ulrike Stützer und Dr. Fiedler bei der Fußuntersuchung in der Diabetessprechstunde – DGZO Berlin-Lichtenberg

Was ist das diabetische Fußsyndrom?

Beim diabetischen Fußsyndrom kommen zwei Schäden zusammen, die sich gegenseitig verstärken: Die Nerven melden Druck und Schmerz nicht mehr zuverlässig, und die Durchblutung ist häufig eingeschränkt. Dadurch werden kleine Verletzungen spät bemerkt – und heilen schlecht, weil das Gewebe zu wenig Sauerstoff bekommt.

Aus einer Druckstelle, einer Blase oder einer kleinen Schnittverletzung kann so innerhalb weniger Tage eine tiefe Wunde entstehen. Das ist kein seltener Ausnahmefall: Das diabetische Fußsyndrom gehört zu den häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetes und ist in Deutschland die häufigste Ursache für Amputationen, die nicht durch Unfälle bedingt sind.

Die gute Nachricht dahinter: Der weit überwiegende Teil dieser Verläufe ist vermeidbar. Entscheidend sind drei Dinge – regelmäßige Kontrolle, schnelles Handeln bei jeder neuen Wunde und eine konsequente Entlastung des Fußes.

Behandelt werden Sie im DGZO von Dr. med. Michael Fiedler, MHBA, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie (DDG, LÄK) mit Weiterbildung Angiologie, und Dr. med. Ulrike Stützer, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Diabetologin DDG.

Untersuchung des Fußes auf Druckstellen und Nervenschädigung bei Diabetes – DGZO Berlin
Beratung zu Fußpflege und Ernährung bei Diabetes – DGZO Berlin-Lichtenberg

Warum der Fuß bei Diabetes besonders gefährdet ist

Der Fuß trägt bei jedem Schritt das gesamte Körpergewicht, steckt den ganzen Tag im Schuh und wird selten angesehen. Kommen die beiden typischen Diabetesfolgen hinzu, entsteht daraus eine gefährliche Kombination.

Nervenschädigung (Neuropathie)

Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die feinen Nervenfasern – beginnend an den Stellen mit den längsten Nervenbahnen, also an den Füßen. Man spricht von diabetischer Polyneuropathie.

Betroffen sind drei Nervenfunktionen:

Das Gefühl lässt nach. Schmerz, Druck, Temperatur und Vibration werden schwächer wahrgenommen. Ein zu enger Schuh drückt dann, ohne dass Sie es merken. Ein Steinchen im Schuh bleibt unbemerkt. Eine zu heiße Wärmflasche verbrennt die Haut, ohne dass Sie sie wegziehen.

Die Muskulatur verändert sich. Kleine Fußmuskeln werden schwächer, das Fußgewölbe verformt sich, Zehen krallen sich. An den neuen Druckpunkten entsteht Hornhaut – und darunter, unsichtbar, ein Wunde.

Die Haut wird trocken. Die Nerven steuern auch die Schweißdrüsen. Fallen sie aus, wird die Haut trocken und rissig. Risse sind Eintrittspforten für Bakterien.

Paradox und wichtig zu wissen: Eine Neuropathie kann auch schmerzhaft sein – mit Brennen, Kribbeln oder stechenden Schmerzen, besonders nachts. Beide Formen können nebeneinander bestehen. Fehlender Schmerz bedeutet also nie, dass alles in Ordnung ist.

Durchblutungsstörung (pAVK)

Die zweite Ursache sind verengte Arterien. Bei Diabetes betrifft die periphere arterielle Verschlusskrankheit typischerweise die Unterschenkelarterien – also genau die Gefäße, die den Fuß versorgen.

Das hat zwei Konsequenzen. Erstens: Wunden heilen schlecht, weil Sauerstoff, Nährstoffe und Immunzellen den Fuß nicht in ausreichender Menge erreichen. Zweitens: Auch Antibiotika gelangen schlechter ins Gewebe, wenn die Durchblutung fehlt – eine Infektion ist dann schwerer beherrschbar.

Bei Diabetes ist die pAVK oft schwerer zu erkennen als sonst. Das klassische Warnzeichen, der Schmerz beim Gehen, fehlt häufig – weil die Nerven ihn nicht mehr melden. Manche Betroffene haben eine hochgradige Durchblutungsstörung, ohne je eine verkürzte Gehstrecke bemerkt zu haben.

Deshalb wird die Durchblutung bei uns immer mituntersucht, nicht nur bei Beschwerden. Mehr dazu unter Schaufensterkrankheit (pAVK).

Wann Sie sofort kommen sollten

Beim diabetischen Fuß entscheiden Tage über den Verlauf. Diese Übersicht sollten Sie sich merken – oder besser: ausdrucken.

Sofort ärztlich vorstellen, außerhalb der Sprechzeiten in einer Notaufnahme:

  • Fieber oder Schüttelfrost

  • ausgedehnte Rötung, die sich ausbreitet

  • Schwellung und Überwärmung des Fußes

  • übelriechendes Sekret aus einer Wunde

  • schwarze Verfärbung an Zehen oder Fuß

  • plötzlich kalter, blasser oder gefühlloser Fuß

Innerhalb weniger Tage einen Termin:

  • jede neue offene Stelle am Fuß – auch wenn sie nicht schmerzt

  • eine Blase, die nicht abheilt

  • eine Druckstelle, die sich rötet

  • ein eingewachsener Nagel

  • ein Riss zwischen den Zehen

  • eine Wunde, die sich nach einer Woche nicht deutlich gebessert hat

Warten Sie nicht ab, ob es von selbst besser wird. Bei einer gesunden Durchblutung und intakten Nerven ist das eine vernünftige Strategie – beim diabetischen Fuß nicht.

Wenn Sie unsicher sind, melden Sie sich bei uns. Wir geben Ihnen dann eine Einschätzung zur Dringlichkeit.

Diagnostik: Nerven, Durchblutung, Wunde

Wir untersuchen immer alle drei Bereiche. Eine Wunde allein zu behandeln, ohne die Ursache zu kennen, führt selten zum Erfolg.

Die Nerven prüfen wir mit einfachen, schmerzfreien Tests: das Berührungsempfinden mit einem Monofilament, das Vibrationsempfinden mit der Stimmgabel, dazu Temperaturempfinden und Reflexe. Diese Untersuchung dauert wenige Minuten und zeigt, wie gut Ihr Fuß Warnsignale noch weitergeben kann.

Die Durchblutung beurteilen wir zunächst durch Tasten der Fußpulse und die Messung des Knöchel-Arm-Index. Ergänzend stellt der Duplex-Ultraschall die Beinarterien dar und zeigt Engstellen und Verschlüsse. Wichtig zu wissen: Bei Diabetes können verkalkte Gefäßwände den Knöchel-Arm-Index falsch hoch erscheinen lassen – ein unauffälliger Wert schließt eine Durchblutungsstörung deshalb nicht aus. Genau darum ist die Ultraschalluntersuchung hier so wichtig.

Die Wunde beurteilen wir nach Größe, Tiefe, Randbeschaffenheit und Infektionszeichen. Wir prüfen, ob Sehnen, Gelenke oder Knochen beteiligt sind, und dokumentieren den Befund mit Fotos, um den Verlauf objektiv vergleichen zu können.

Der Vorteil im DGZO: Diabetologie und Gefäßmedizin liegen hier unter einem Dach. Nervenstatus, Knöchel-Arm-Index und Gefäßultraschall erfolgen im selben Termin, bei denselben Ärzten. Sie brauchen dafür keine zweite Praxis, keine zusätzliche Überweisung und keine Wartezeit von Wochen – bei einer Erkrankung, bei der es auf Tage ankommt, ist das der entscheidende Unterschied.

Behandlung – Wundversorgung und Druckentlastung

Die Behandlung ruht auf vier Säulen. Keine davon funktioniert allein.

Druckentlastung. Das ist die wichtigste und zugleich am häufigsten unterschätzte Maßnahme. Eine Wunde am Fuß heilt nicht, solange sie weiter belastet wird – auch nicht bei der besten Wundauflage. Je nach Lage und Tiefe kommen Entlastungsschuh, Verbandschuh, individuelle Einlagen oder ein Spezialschuh infrage. Wir verordnen, was medizinisch erforderlich ist, und stimmen die Versorgung mit Podologie und Orthopädieschuhtechnik ab.

Wundbehandlung. Dazu gehört das fachgerechte Abtragen von Hornhaut und abgestorbenem Gewebe sowie eine stadiengerechte Wundauflage. Bei Infektionszeichen wird antibiotisch behandelt. Was nicht dazugehört: Hausmittel, Puder, Zugsalben oder eigenständiges Schneiden. Das verschlimmert häufig, was es bessern soll.

Durchblutung verbessern. Zeigt der Ultraschall relevante Engstellen, prüfen wir gemeinsam mit gefäßmedizinischen Partnern, ob eine Aufdehnung oder ein Bypass sinnvoll ist. Ohne ausreichende Durchblutung heilt keine Wunde – deshalb steht diese Frage früh im Behandlungsplan, nicht am Ende.

Stoffwechsel einstellen. Ein gut eingestellter Blutzucker verbessert Wundheilung und Infektabwehr. Ebenso wichtig sind Blutdruck, Blutfette und – mit dem größten Sofort-Effekt überhaupt – der Verzicht auf das Rauchen.

Wie lange die Behandlung dauert, hängt von Wundtiefe, Durchblutung und Entlastung ab. Wir sagen Ihnen ehrlich, womit zu rechnen ist, und legen mit Ihnen fest, woran wir den Fortschritt messen.

Vorbeugen: tägliche Fußkontrolle

Der wirksamste Schutz kostet zwei Minuten am Tag.

Schauen Sie sich Ihre Füße täglich an. Auch die Fußsohle und die Zehenzwischenräume. Wenn Sie nicht gut hinsehen können, nehmen Sie einen Spiegel auf dem Boden zu Hilfe oder bitten Sie jemanden darum. Achten Sie auf Rötungen, Druckstellen, Blasen, Risse, Verfärbungen und Schwellungen.

Prüfen Sie Ihre Schuhe vor dem Anziehen – mit der Hand hineinfassen. Steinchen, verrutschte Einlagen oder eine umgeschlagene Naht bemerken Sie sonst nicht.

Laufen Sie nicht barfuß, auch nicht in der Wohnung. Die häufigsten Verletzungen entstehen zu Hause.

Waschen Sie die Füße lauwarm, nicht heiß, und trocknen Sie sie sorgfältig ab, besonders zwischen den Zehen. Die Wassertemperatur mit dem Ellenbogen oder einem Thermometer prüfen, nicht mit dem Fuß – das Temperaturempfinden kann trügen.

Cremen Sie trockene Haut ein, aber nicht zwischen den Zehen.

Lassen Sie Hornhaut und Nägel podologisch behandeln. Nicht selbst schneiden, keine Hornhauthobel, keine Hühneraugenpflaster. Bei nachgewiesener Neuropathie oder Durchblutungsstörung ist die podologische Komplexbehandlung verordnungsfähig.

Keine Wärmflaschen, Heizkissen oder Fußbäder mit heißem Wasser. Verbrennungen bei fehlendem Temperaturempfinden sind ein häufiger und vollständig vermeidbarer Verletzungsgrund.

Einmal jährlich zur strukturierten Fußuntersuchung im DGZO – bei erhöhtem Risiko häufiger. Im DMP Diabetes ist dieser Termin fest hinterlegt.

Das sollten Sie mitbringen:

- Überweisung bei gesetzlich versicherten Patienten
- Vorbefunde inkl. Arztberichte
- Medikationsplan
- Sämtliche Schuhe, die Sie tragen

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Ihre Behandler im DGZO

Termin sichern ab Oktober 2026
Porträt von Dr. med. Ulrike Stützer, Diabetologin und Adiposiologin DDG im DGZO Berlin

Dr. med. Ulrike Stützer

Fachärztin für Allgemeinmedizin, Diabetologin (DDG), Adiposiologin (DDG)

Porträt von Dr. med. Michael Fiedler, MHBA, Diabetologe und Angiologe im DGZO Berlin

Dr. med. Michael Fiedler, MHBA

Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie (DDG, LÄK), Weiterbildung Angiologie und Ernährungsmedizin (DGEM)

Wann Sie sofort handeln müssen: Bei Fieber, ausgedehnter Rötung, Schwellung, Überwärmung, übelriechendem Sekret oder schwarzer Verfärbung am Fuß stellen Sie sich bitte umgehend ärztlich vor – außerhalb der Sprechzeiten in einer Notaufnahme. Jede neue offene Stelle am Fuß gehört bei Diabetes innerhalb weniger Tage untersucht, auch wenn sie nicht schmerzt. Medizinisch geprüft von Dr. med. Michael Fiedler, MHBA, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie (DDG, LÄK), Weiterbildung Angiologie und Ernährungsmedizin (DGEM) · Stand: August 2026 Quellen: Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Teilpublikation Fußkomplikationen · Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) · Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA) Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch eine individuelle Beratung. Behandeln Sie Wunden, Hornhaut oder Nägel am diabetischen Fuß nicht eigenständig mit Hausmitteln, Hornhauthobeln oder Pflastern – das Risiko einer Verschlechterung ist hoch. DGZO – Diabetes & Gefäßzentrum Ost · Wustrower Str. 20, 3. OG rechts, 13051 Berlin Telefon 030 24334370 · info@dgzo-berlin.de Sprechzeiten: Mo–Fr 08:00–13:00 Uhr, Mo + Di zusätzlich 14:00–18:00 Uhr

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