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Typ-1-Diabetes in Berlin-Lichtenberg –
Insulinpumpe und AID-System

Das Wichtigste in Kürze

  • Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung – Insulin ist von Beginn an notwendig.

  • Wir begleiten ICT, Insulinpumpe und AID-Systeme inklusive Einstellung und Feinjustierung.

  • Zielbereich der Glukose: 70–180 mg/dl, angestrebt sind über 70 Prozent Time in Range.

  • Pumpe und Sensor sind bei Typ 1 Kassenleistung – wir stellen den Antrag für Sie.

  • Jährliche Kontrolle von Augen, Nieren, Nerven und Gefäßen gegen Folgeerkrankungen.

  • Wustrower Str. 20, 13051 Berlin-Lichtenberg · Mo–Fr 8–13 Uhr, Mo+Di 14–18 Uhr.

  • Eröffnung 11. Januar 2027 · Terminvergabe läuft bereits.

Dr. med. Ulrike Stützer im Beratungsgespräch zur Insulintherapie – DGZO Berlin-Lichtenberg

Was ist Typ 1-Diabetes?

Beim Typ-1-Diabetes richtet sich das eigene Immunsystem gegen die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Der Körper stellt kein Insulin mehr her – anders als beim Typ-2-Diabetes, bei dem Insulin vorhanden ist, aber schlechter wirkt. Deshalb ist beim Typ 1 von Beginn an eine Insulintherapie notwendig, lebenslang und ohne Alternative. Die Erkrankung beginnt häufig im Kindes- und jungen Erwachsenenalter, kann aber in jedem Lebensalter auftreten. Wird sie im Erwachsenenalter erstmals festgestellt, wird sie gelegentlich mit einem Typ-2-Diabetes verwechselt. Die richtige Zuordnung über Autoantikörper und C-Peptid ist entscheidend, weil sie die gesamte Therapie bestimmt. Ihre Betreuung übernehmen Dr. med. Michael Fiedler, MHBA, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie (DDG, LÄK), und Dr. med. Ulrike Stützer, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Diabetologin DDG.

Insulinpumpe mit Katheter und Glukosesensor am Körper – Typ-1-Diabetes-Therapie im DGZO Berlin
Insulinpumpe mit Katheter und Glukosesensor am Körper – Typ-1-Diabetes-Therapie im DGZO Berlin

Insulintherapie bei Typ 1 – von der ICT zur Pumpe

Die intensivierte Insulintherapie (ICT) trennt Basalinsulin und Mahlzeiteninsulin. Wir bestimmen mit Ihnen Basalbedarf, Kohlenhydratfaktor und Korrekturfaktor – und passen sie an, wenn sich Ihr Alltag ändert. Das ist keine einmalige Einstellung, sondern ein Verlauf. Die Insulinpumpe gibt Basalinsulin kontinuierlich ab und erlaubt Profile, die sich am Tagesverlauf orientieren. Sinnvoll ist sie besonders bei ausgeprägtem Dawn-Phänomen, häufigen nächtlichen Unterzuckerungen, Schichtdienst oder sehr wechselndem Insulinbedarf. Wir begleiten den Pumpenstart mit strukturierter Einweisung und optimieren in den ersten Wochen engmaschig Basalprofile und Bolusstrategien. AID-Systeme (Automated Insulin Delivery) verbinden Sensor und Pumpe über einen Algorithmus, der die Basalabgabe automatisch nachsteuert. Mahlzeiten geben Sie weiterhin selbst ab. Wir prüfen, ob ein AID-System für Sie infrage kommt, stellen Zielwerte und Aktivinsulinzeit ein und begleiten die Umstellung.

Insulinpumpentherapie - CSII und AID

1) Insulinpumpen – Einstellung, Optimierung, Alltagstauglichkeit
Insulinpumpen ermöglichen eine sehr flexible Insulinabgabe. Entscheidend ist die richtige Programmierung: Basalraten, Faktoren, Korrekturregeln und Sicherheitsgrenzen. Wir unterstützen Sie dabei:

  • Pumpenstart und strukturierte Einweisung

  • Optimierung von Basalprofilen und Bolusstrategien

  • Anpassungen bei Sport, Krankheit, Schichtdienst und Reisen

  • Bewertung von Hypoglykämierisiko und Glukosevariabilität

  • Begleitung bei Pumpenwechsel oder Systemumstellung
     

Unser Fokus liegt nicht auf Technik um der Technik willen, sondern auf stabilen Werten und einem entspannten Alltag.

2) AID-Systeme (Automated Insulin Delivery) – „Hybrid Closed Loop“
AID-Systeme kombinieren Pumpe und CGM und können Insulin teilweise automatisiert anpassen. Das ist ein großer Schritt in Richtung weniger Unterzuckerungen und bessere Nächte. Wir begleiten:

  • Auswahl und Einordnung, ob ein AID-System zu Ihnen passt

  • Einrichtung und Feintuning (Zielwerte, Sicherheitsprofile, Aktivitätsmodi)

  • Interpretation typischer Muster (z. B. postprandiale Spitzen, Sporteffekte)

  • Strategien bei Sensorproblemen, Aussetzern oder Sonderfällen

  • Langfristige Verlaufskontrolle mit datenbasierter Optimierung
     

AID bedeutet nicht „Autopilot ohne Kontrolle“. Es ist eine intelligente Unterstützung – und wir sorgen dafür, dass sie korrekt eingestellt ist.

3) CGM/FGM – kontinuierliche Glukosemessung richtig nutzen
CGM ist heute ein zentraler Baustein moderner Diabetologie. Der Gewinn entsteht durch die richtige Interpretation. Wir unterstützen:

  • Start und Schulung zu Sensoren, Alarmen und Trendpfeilen

  • Optimierung von Alarmgrenzen (alltagstauglich, ohne Alarmmüdigkeit)

  • Einordnung wichtiger Kennzahlen: Zeit im Zielbereich, Hypoglykämien, Variabilität

  • Nutzung von Trendinformationen für Mahlzeiten, Sport und Korrekturen
     

CGM macht Glukose sichtbar. Wir machen die Daten verständlich – und therapeutisch nutzbar.

Datenanalyse, die wirklich etwas verändert

4) AGP-Auswertung (Ambulatory Glucose Profile)

Das AGP ist der Standardbericht für CGM-Daten. Es zeigt Muster, nicht nur Einzelwerte. In unserer Auswertung schauen wir gezielt auf:

  • Tagesmuster und wiederkehrende Peaks

  • nächtliche Verläufe und Hypoglykämien

  • Wirkung von Mahlzeiten, Bewegung und Korrekturen

  • Unterschiede zwischen Werktagen und Wochenenden

  • konkrete Stellschrauben für die nächsten 2–4 Wochen

Ergebnis ist ein klarer Plan: Was wird geändert, warum, und woran erkennen wir den Erfolg.

5) Glooko-basierte Datenanalyse – Glukose + Pumpe + Alltag

Wenn Pumpen- und CGM-Daten zusammengeführt werden, wird Therapie fein steuerbar. Über Glooko können wir – je nach System – Glukosedaten, Insulinabgabe, Bolusmuster und weitere Informationen strukturiert auswerten. Wir nutzen das, um:

  • Basal-/Bolus-Balance zu prüfen

  • typische Fehlerquellen zu erkennen (z. B. späte Bolusgabe, zu geringe Mahlzeitenfaktoren)

  • Unterzuckerungen mit Ursachen zu verknüpfen

  • Pumpen- und CGM-Einstellungen gezielt anzupassen

  • die Therapie schrittweise zu verbessern, ohne Überforderung

Das Ziel ist nicht „perfekte Kurve“, sondern eine Therapie, die stabil, sicher und alltagstauglich ist.

Betreuung auch auf Distanz möglich:

6) Videosprechstunden – wenn Sie nicht in die Praxis kommen können

Diabetesmanagement endet nicht an der Praxistür. Deshalb bieten wir – je nach Anliegen – Videosprechstunden an. Das ist besonders praktisch:

  • bei längeren Anfahrtswegen, Krankheit oder eingeschränkter Mobilität

  • für kurze Anpassungen nach Datenauswertung

  • zur Verlaufskontrolle nach Therapieumstellung

  • für Fragen zu Sensor/Pumpe/AID im Alltag

  • bei Schwangerschaft, wenn engere Intervalle sinnvoll sind

Wenn Ihre Daten digital vorliegen, können wir die Auswertung genauso strukturiert durchführen wie vor Ort. Und Sie sparen Zeit.

Unterzuckerung und Ketoazidose sicher beherrschen

Zwei Situationen entscheiden über Sicherheit im Alltag mit Typ 1. Bei der Unterzuckerung liegt die Glukose unter 70 mg/dl. Kritisch wird es, wenn die Warnzeichen mit den Jahren schwächer werden – die sogenannte Hypoglykämiewahrnehmungs- störung. Wir arbeiten dann gezielt daran, die Wahrnehmung wieder zu verbessern, unter anderem durch angepasste Zielwerte und konsequente Vermeidung von Unterzuckerungen. Bei der diabetischen Ketoazidose fehlt Insulin, der Körper bildet Ketone und das Blut übersäuert. Unter Pumpentherapie kann das schon nach wenigen Stunden geschehen, etwa bei einem Katheterverschluss. Wir schulen Sie in Ketonmessung, Notfallregeln und dem sicheren Umgang mit Krankheitstagen.

Folgeerkrankungen bei Typ 1 früh erkennen

Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt Gefäße und Nerven – oft über Jahre, ohne Beschwerden. Deshalb kontrollieren wir strukturiert und jährlich: Augenhintergrund auf Retinopathie, Nierenwerte und Albumin im Urin auf Nephropathie, Nervenstatus und Füße auf Neuropathie. Hier liegt der Unterschied zu einer reinen Diabetespraxis: Im DGZO sind Diabetologie und Gefäßmedizin unter einem Dach. Halsschlagader, Bauchschlagader und Beinarterien können wir im selben Haus per Ultraschall untersuchen. Sie brauchen dafür keine zweite Praxis und keine zusätzliche Überweisung.

Kostenübernahme für Pumpe und Sensor

Bei Typ-1-Diabetes sind kontinuierliche Glukosemessung und Insulinpumpe bei entsprechender medizinischer Begründung Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Antrag braucht eine ärztliche Begründung – die erstellen wir für Sie. Wir unterstützen ebenso bei Folgeanträgen, bei einem Systemwechsel und, falls nötig, beim Widerspruch.

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Porträt von Dr. med. Ulrike Stützer, Diabetologin und Adiposiologin DDG im DGZO Berlin

Dr. med. Ulrike Stützer

Fachärztin für Allgemeinmedizin, Diabetologin (DDG), Adiposiologin (DDG)

Porträt von Dr. med. Michael Fiedler, MHBA, Diabetologe und Angiologe im DGZO Berlin

Dr. med. Michael Fiedler, MHBA

Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie (DDG, LÄK), Weiterbildung Angiologie und Ernährungsmedizin (DGEM)

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13051 Berlin

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