Schaufensterkrankheit (pAVK) Warnsignal der Gefäße – früh erkennen, gezielt behandeln
- Dr. med. Michael Fiedler MHBA

- 10. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
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Die pAVK ist eine Verengung der Beinarterien durch Arteriosklerose.
Leitsymptom: Wadenschmerz beim Gehen, der in der Pause verschwindet.
Ein Knöchel-Arm-Index unter 0,9 gilt als auffällig.
Anamnese, Oszillografie und Ultraschall dauern zusammen 30 bis 45 Minuten.
Ruheschmerz oder eine Wunde am Fuß gehören innerhalb von 24 Stunden abgeklärt.
Abklärung durch Dr. med. Michael Fiedler, Weiterbildung Angiologie.
Wenn beim Gehen nach kurzer Strecke Waden- oder Oberschenkelschmerzen auftreten und in der Pause wieder verschwinden, wird das oft als „Rücken“, „Alter“ oder „Verspannung“ abgetan. Häufig steckt jedoch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) dahinter – umgangssprachlich Schaufensterkrankheit. Die pAVK ist mehr als ein Problem der Beine: Sie ist ein Hinweis auf Arteriosklerose im gesamten Gefäßsystem und damit ein wichtiges Warnsignal.
„Wir verbinden Gefäßmedizin (Angiologie) und Diabetologie in einer Praxis – und betrachten damit Risikofaktoren, Gefäße und Folgeerkrankungen konsequent gemeinsam. So entsteht aus Diagnostik direkt ein klarer Plan.“
Typische Symptome: so zeigt sich die pAVK
Eine pAVK entsteht, wenn Arterien durch Ablagerungen (Plaques) enger werden und die Muskulatur beim Gehen nicht mehr ausreichend Sauerstoff erhält. Typisch sind:
Belastungsschmerz (meist Wade, seltener Oberschenkel oder Gesäß), der nach einer Pause nachlässt
Kürzere Gehstrecke oder „Stehenbleiben müssen“
Kalte Füße, blasse Haut, verzögerte Wundheilung
Bei fortgeschrittener Erkrankung: Ruheschmerz, nächtliche Schmerzen, Wunden an Zehen/Fuß (kritische Ischämie)
Wichtig: Nicht jeder Schmerz beim Gehen ist pAVK – aber pAVK sollte bei diesen Zeichen immer gezielt ausgeschlossen werden.
Risikofaktoren: wer besonders aufpassen sollte
Die pAVK ist eng verbunden mit Arteriosklerose. Besonders relevant sind:
Rauchen (einer der stärksten Treiber)
Diabetes mellitus (Gefäßschädigung + oft „stumme“ Symptome durch Neuropathie)
Bluthochdruck
Erhöhte Blutfette
Übergewicht, Bewegungsmangel
Familiäre Vorbelastung, höheres Alter
Begleiterkrankungen wie KHK oder Schlaganfall in der Vorgeschichte
Gerade bei Diabetes lohnt sich ein frühes Screening, weil Beschwerden durch Neuropathie weniger deutlich wahrgenommen werden können.
Diagnostik: schnell und zuverlässig zur Einordnung
Ziel ist zu klären: Liegt eine Durchblutungsstörung vor? Wie ausgeprägt ist sie? Wo sitzt sie? Dafür kombinieren wir Untersuchungen, die im Praxisalltag schnell und aussagekräftig sind:
Anamnese & Symptom-Check
Gehstrecke, Schmerzlokalisation, Risikofaktoren, Medikamente, Wundstatus
Oszillografie
Eine einfache, nicht-invasive Messung der Durchblutungssituation – hilfreich zur Orientierung und Verlaufskontrolle
FKDS (Farbkodierte Duplexsonographie)
Der zentrale Schritt: Wir sehen Gefäßverläufe, Engstellen (Stenosen) oder Verschlüsse, können das Strömungsprofil beurteilen und die Behandlung gezielt planen.
Je nach Befund kann anschließend (bei Bedarf) eine weiterführende Bildgebung/Interventionsplanung in Kooperation erfolgen.
Therapie: was wirklich hilft
Die Behandlung besteht meist aus mehreren Bausteinen – individuell nach Stadium und Befund:
Risikofaktoren konsequent behandeln: Rauchstopp, Blutdruck, Lipide, Diabetes-Einstellung
Gehtraining (strukturiert): verbessert die Kollateralbildung und Gehstrecke oft deutlich
Medikamentöse Therapie: u. a. Thrombozytenhemmung und gefäßprotektive Therapie nach Risiko
Interventionelle/operative Verfahren (z. B. PTA/Stent/Bypass): wenn Engstellen hochgradig sind oder Beschwerden/Wunden stark ausgeprägt sind
Wund-/Fußmanagement (v. a. bei Diabetes): Druckentlastung, Infektkontrolle, interdisziplinäre Versorgung
Ablauf bei uns im DGZO: in 4 Schritten zum klaren Plan
Anamnese & Untersuchung – inklusive Risikoprofil und Beschwerdebild
Oszillografie – schnelle Durchblutungs-Einschätzung und Baseline
FKDS – Lokalisation/Schweregrad der Stenosen, Verlaufskontrolle möglich
Therapiekonzept – verständlich, schriftlich strukturiert: Training, Medikamente, Risikofaktoren, ggf. Kooperations-Überweisung
Kurzfazit
Die Schaufensterkrankheit ist häufig – und gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Wer typische Beschwerden oder ein hohes Risiko hat, sollte die Durchblutung gezielt prüfen lassen. Die Schaufensterkrankheit (pAVK) früh zu erkennen ist essentiell für die weitere Behandlung. Schaufensterkrankheit (pAVK) Warnsignal der Gefäße.
Termin zur pAVK-Abklärung
Sie haben Belastungsschmerzen, eine reduzierte Gehstrecke oder Diabetes mit Gefäßrisiko? Vereinbaren Sie jetzt einen Termin zur Gefäßdiagnostik im DGZO.
Wichtig: Bitte bringen Sie – falls vorhanden – Vorbefunde und Ihren Medikamentenplan mit. Füllen Sie die Online-Anamnese vorab aus, damit wir im Termin direkt mit der Diagnostik starten können. Bringen Sie bitte zusätzlich einer Überweisung Ihres Hausarztes oder Facharztes mit.

Wenn die Beine Schmerzen und die Gehstrecke kürzer wird, sollte zeitnah eine Diagnostik erfolgen.
Häufige Fragen zum Thema pAVK
Ab welchem Wert ist der Knöchel-Arm-Index auffällig?
Ein Knöchel-Arm-Index unter 0,9 gilt als auffällig und spricht für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Werte über 1,3 können bei Diabetes durch verkalkte Gefäße falsch hoch ausfallen und erfordern zusätzliche Untersuchungen.
Woran erkenne ich, dass eine Durchblutungsstörung dringend ist?
Schmerzen in Ruhe, nachts auftretende Beinschmerzen oder eine nicht heilende Wunde am Fuß gehören innerhalb von 24 Stunden ärztlich untersucht. In diesen Fällen ist die Durchblutung so stark eingeschränkt, dass Gewebe gefährdet ist.
Ist die Schaufensterkrankheit heilbar?
Die Arteriosklerose als Ursache lässt sich nicht rückgängig machen, das Fortschreiten aber deutlich bremsen. Rauchstopp, strukturiertes Gehtraining und die konsequente Behandlung von Blutdruck, Blutfetten und Diabetes sind dabei die wirksamsten Bausteine.
Wie lange dauert die Gefäßuntersuchung im DGZO?
Für Anamnese, Oszillografie und farbkodierte Duplexsonographie sind etwa 30 bis 45 Minuten einzuplanen. Das Ergebnis wird im selben Termin besprochen und schriftlich zusammengefasst.
Warum ist die pAVK bei Diabetes besonders gefährlich?
Bei Diabetes kann eine Nervenschädigung den Warnschmerz abschwächen, sodass die Durchblutungsstörung lange unbemerkt bleibt. Deshalb empfiehlt sich ein regelmäßiges Screening auch ohne Beschwerden.
Wer führt die Gefäßdiagnostik im DGZO durch?
Die Gefäßdiagnostik übernimmt Dr. med. Michael Fiedler, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie mit Weiterbildung Angiologie. Bei Diabetes als Grunderkrankung erfolgt die Betreuung gemeinsam mit Dr. med. Ulrike Stützer.
Quellen:
- Deutsche Gesellschaft für Angiologie u. a.: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. AWMF-Register-Nr. 065-003. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/065-003 - Bundesärztekammer, KBV, AWMF: Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes. AWMF-Register-Nr. nvl-001. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-001
Medizinisch geprüft von Dr. med. Michael Fiedler, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie (DDG, LÄK) · Stand: August 2026 Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117, im Notfall an die 112.
