Diabetes in Lichtenberg, Ahrensfelde und Hohenschönhausen: Zahlen und Fakten

Aktualisiert: 1. Sept.
Key Facts
Rund 10,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben einen ärztlich festgestellten Diabetes (RKI, 2024).
In Ostdeutschland liegt die Häufigkeit des Typ-2-Diabetes deutlich über dem Bundesschnitt: 11,6 gegenüber 8,9 Prozent.
Hochgerechnet leben allein im Bezirk Lichtenberg etwa 25.000 Menschen mit Diabetes.
In Alt- und Neu-Hohenschönhausen sind es zusammen schätzungsweise 9.000 bis 10.000, in der Gemeinde Ahrensfelde rund 1.300.
Das RKI erwartet bis 2050 einen Anstieg der Typ-2-Fälle von 6,05 auf bis zu 11,01 Millionen.
Ein HbA1c-Wert ab 6,5 Prozent (48 mmol/mol) sichert die Diagnose.
Viele Menschen merken jahrelang nichts. Der erhöhte Blutzucker fällt vor einer Operation auf, beim Augenarzt oder weil eine kleine Wunde am Fuß nicht zugeht. Bis dahin kann der Diabetes bereits Nerven und Gefäße geschädigt haben — und genau das lässt sich verhindern, wenn früh und vollständig abgeklärt wird.
Im DGZO – Diabetes & Gefäßzentrum Ost arbeiten Diabetologie und Gefäßmedizin unter einem Dach. Blutzucker, Nerven und Durchblutung werden in der selben Praxis beurteilt. Das erspart Ihnen Wege und verkürzt die Zeit bis zu einem klaren Behandlungsplan.
Wie viele Menschen im Nordosten Berlins sind betroffen?
Der Nordosten Berlins und das angrenzende Barnimer Umland gehören zu den Regionen mit überdurchschnittlicher Krankheitslast. Für Ostdeutschland weist der Versorgungsatlas eine standardisierte Häufigkeit des Typ-2-Diabetes von 11,6 Prozent aus, für Westdeutschland 8,9 Prozent. Für Berlin insgesamt hat das Wissenschaftliche Institut der AOK 283.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes ermittelt, das entspricht einer standardisierten Häufigkeit von 8,7 Prozent.
Auf die Bevölkerung vor Ort übertragen ergeben sich folgende Größenordnungen. Es handelt sich um Hochrechnungen aus den bundesweiten Häufigkeiten und den amtlichen Einwohnerzahlen, nicht um bezirkliche Messwerte:
Bezirk Lichtenberg (rund 299.000 Einwohnerinnen und Einwohner): etwa 25.000 Betroffene.
Alt-Hohenschönhausen (rund 52.000): etwa 4.500.
Neu-Hohenschönhausen (rund 59.000): etwa 5.000. Wegen des hohen Anteils älterer Menschen dürfte der Wert eher am oberen Rand liegen.
Gemeinde Ahrensfelde (rund 14.500): etwa 1.300.
Dazu kommen die noch nicht erkannten Fälle: Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich über Jahre ohne Beschwerden, die Dunkelziffer ist deshalb systematisch nicht klein. Und die Zahlen steigen weiter. Das Robert Koch-Institut rechnet damit, dass die Zahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes in Deutschland von 6,05 Millionen im Jahr 2022 bis 2050 auf bis zu 11,01 Millionen wächst — für Lichtenberg hieße das eine Verdopplung des Betreuungsbedarfs innerhalb einer Generation.

Typische Symptome: so zeigt sich ein Diabetes
Der Typ-2-Diabetes beginnt schleichend. Achten Sie auf diese Zeichen:
starker Durst und häufiges Wasserlassen, auch nachts
ungewollter Gewichtsverlust, Müdigkeit, Leistungsknick
schlecht heilende Wunden, wiederkehrende Haut- oder Harnwegsinfekte
Kribbeln, Brennen oder Taubheit in den Füßen, besonders nachts
verschwommenes Sehen, das sich über Tage ändert
Beim Typ-1-Diabetes treten dieselben Beschwerden meist innerhalb weniger Wochen und deutlich heftiger auf, oft mit starkem Gewichtsverlust. Das ist ein Fall für eine sofortige ärztliche Vorstellung.
Risikofaktoren: wer besonders aufpassen sollte
Ein Zuckertest ist sinnvoll, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen: Alter über 45 Jahre, Übergewicht besonders am Bauch, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, wenig Bewegung, Diabetes bei Eltern oder Geschwistern, ein früherer Schwangerschaftsdiabetes oder ein polyzystisches Ovarsyndrom. Auch eine bekannte Gefäßerkrankung — eine Schaufensterkrankheit (pAVK) oder eine verengte Halsschlagader — gehört dazu: Gefäße und Zuckerstoffwechsel hängen eng zusammen.
Diagnostik: so klären wir ab
Ein einzelner Blutzuckerwert reicht für die Diagnose nicht aus. Notwendig ist eine der folgenden Untersuchungen, im Zweifel bestätigt durch eine zweite Messung an einem anderen Tag.
HbA1c – der Langzeitwert
Der HbA1c bildet den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen acht bis zwölf Wochen ab. Ab 6,5 Prozent (48 mmol/mol) gilt ein Diabetes als gesichert, Werte zwischen 5,7 und 6,4 Prozent zeigen ein Vorstadium an. Sie müssen dafür nicht nüchtern sein.
Nüchtern-Blutzucker und Zuckerbelastungstest
Ein Nüchternwert ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l) spricht für einen Diabetes. Bleibt es unklar, klärt der orale Glukosetoleranztest: Sie trinken eine definierte Zuckerlösung, nach zwei Stunden wird gemessen. Ein Wert ab 200 mg/dl (11,1 mmol/l) sichert die Diagnose.
Typisierung und Folgeerkrankungen
Nach der Diagnose ist der zweite Schritt entscheidend und wird häufig ausgelassen: Welcher Diabetestyp liegt vor? Dafür können Antikörper und das C-Peptid nötig sein — ein spät auftretender Typ-1-Diabetes im Erwachsenenalter wird sonst regelmäßig als Typ 2 fehlbehandelt. Und wie weit sind die Organe bereits mitbetroffen? Dazu gehören Nierenwerte samt Eiweiß im Urin, die Untersuchung der Füße auf Nervenschäden, die Beurteilung der Durchblutung mit dem Knöchel-Arm-Index und die Netzhautkontrolle.
Therapie: was wirklich hilft
Am Anfang steht immer die Basistherapie: Ernährung, Bewegung, Schulung. Reicht das nicht, folgt eine Medikation, die sich heute nicht mehr nur am Zuckerwert orientiert, sondern am Gesamtrisiko. Bei bestehender Herz-, Nieren- oder Gefäßerkrankung bevorzugt die Nationale VersorgungsLeitlinie Wirkstoffe, die zusätzlich Herz und Nieren schützen. Beim Typ-1-Diabetes und in ausgewählten Fällen des Typ-2-Diabetes gehören eine kontinuierliche Glukosemessung (CGM) und moderne Pumpensysteme dazu — mehr dazu auf unserer Seite zur digitalen Diabetespraxis.
Ebenso wichtig: Blutdruck, Blutfette und Rauchstopp. Die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes verlieren Lebenszeit nicht durch den Zucker selbst, sondern durch Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen.
Warum eine Überweisung zum Diabetologen früher sinnvoll ist
Hausärztinnen und Hausärzte leisten in Lichtenberg und Hohenschönhausen den Großteil der Diabetesversorgung — und tun das gut. Eine frühe Mitbeurteilung durch die Diabetologie lohnt sich trotzdem in klar umrissenen Situationen:
Der HbA1c-Wert bleibt trotz zwei Wirkstoffen über dem vereinbarten Ziel.
Der Diabetestyp ist unklar, etwa bei schlanken Erwachsenen oder raschem Gewichtsverlust.
Es besteht bereits eine Nieren-, Nerven-, Augen- oder Gefäßkomplikation.
Eine Insulintherapie, eine Pumpe oder eine CGM-Versorgung steht zur Entscheidung an.
Eine Schwangerschaft ist geplant oder besteht.
Eine Wunde am Fuß heilt nicht innerhalb von zwei Wochen ab.
Der Nutzen liegt weniger im Rezept als in der Struktur: eine vollständige Typisierung, eine strukturierte Schulung durch unsere Diabetesberaterinnen und ein sauber eingeleiteter Therapieplan, der anschließend hausärztlich weitergeführt werden kann. Beim diabetischen Fußsyndrom entscheidet die Zeit bis zur ersten fachärztlichen Beurteilung mit darüber, wie die Sache ausgeht. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh überwiesen als einmal zu spät.
Ablauf im DGZO: in 4 Schritten zum klaren Plan
Termin und Online-Anamnese. Sie buchen online oder telefonisch und füllen den Fragebogen vorab aus. Das spart Zeit in der Praxis.
Messung und Labor. Blutzucker, HbA1c, Nieren- und Fettwerte, Blutdruck, Fußstatus, bei Bedarf Knöchel-Arm-Index und Gefäßultraschall.
Ärztliches Gespräch. Befunde, Diabetestyp, Risikoprofil und Therapieziel werden gemeinsam festgelegt.
Schulung und Weiterbetreuung. Strukturierte Schulung, Einschreibung in das Disease-Management-Programm, Rückmeldung an Ihre Hausarztpraxis.
Kurzfazit: Diabetes in Lichtenberg, Ahrensfelde und Hohenschönhausen
Im Nordosten Berlins und im Barnimer Umland lebt ein überdurchschnittlich großer Teil der Bevölkerung mit einer Zuckerstoffwechselstörung, und die Zahl wächst weiter. Wer die Anzeichen kennt und einmal vollständig abklären lässt, verhindert die Spätfolgen, die später schwer zu korrigieren sind. Wenn Ihnen der Beitrag: Diabetes in Lichtenberg, Ahrensfelde und Hohenschönhausen gefallen hat, lassen Sie gern ein Herz da.

Häufige Fragen
Ab welchem HbA1c-Wert spricht man von Diabetes?
Ab einem HbA1c von 6,5 Prozent (48 mmol/mol) gilt die Diagnose als gesichert. Werte zwischen 5,7 und 6,4 Prozent gelten als Vorstadium und sind ein Anlass, gegenzusteuern, nicht abzuwarten.
Wie viele Menschen in Lichtenberg leben mit Diabetes?
Hochgerechnet aus den bundesweiten Häufigkeiten sind es im Bezirk Lichtenberg etwa 25.000 Menschen, in Alt- und Neu-Hohenschönhausen zusammen rund 9.000 bis 10.000. Bezirksgenaue Messwerte gibt es nicht; die Größenordnung stützt sich auf Daten des Robert Koch-Instituts und des Versorgungsatlas.
Muss ich zum Diabetologen, wenn meine Werte gut sind?
Nein, bei stabilen Werten und ohne Komplikationen genügt die hausärztliche Betreuung. Sinnvoll wird die fachärztliche Mitbeurteilung, wenn der Zielwert trotz zweier Medikamente nicht erreicht wird, der Diabetestyp unklar ist oder Folgeerkrankungen bestehen.
Warum ist Diabetes im Osten Deutschlands häufiger?
Die standardisierte Häufigkeit des Typ-2-Diabetes lag in Ostdeutschland bei 11,6 Prozent gegenüber 8,9 Prozent im Westen. Als Ursachen gelten vor allem die ältere Bevölkerungsstruktur sowie Unterschiede in Bildung, Einkommen und Lebensgewohnheiten.
Wer betreut mich im DGZO?
Die diabetologische Betreuung übernehmen Dr. med. Ulrike Stützer, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Diabetologin DDG und Adiposiologin DDG, sowie Dr. med. Michael Fiedler, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie mit Weiterbildung Angiologie. Die Schulung erfolgt durch unsere Diabetesberaterinnen.
Kann Diabetes auch die Beine betreffen, ohne dass ich Schmerzen habe?
Ja. Sind die Nerven durch den Diabetes geschädigt, fehlt das Warnsignal Schmerz — Durchblutungsstörungen und Druckstellen am Fuß bleiben dann lange unbemerkt. Deshalb gehören Fußstatus und Gefäßuntersuchung zu jeder vollständigen Diabeteskontrolle.
Termin und Vorbereitung
Vereinbaren Sie Ihren Termin online über unsere Terminseite oder telefonisch unter 030 24334370. Bringen Sie mit: vorhandene Laborbefunde, Ihren Medikationsplan, den Diabetespass oder das Blutzuckertagebuch, gegebenenfalls Ihre Überweisung und, falls Sie ein CGM nutzen, das Lesegerät oder den App-Zugang. Füllen Sie die Online-Anamnese vorab aus — dann bleibt im Termin mehr Zeit für das Gespräch. Hintergründe zur Erkrankung finden Sie auf unserer Seite zum Typ-2-Diabetes, zur Schulung auf der Seite Diabetesberatung.
Quellen und Leitlinien
Bundesärztekammer, KBV, AWMF: Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes. AWMF-Register-Nr. nvl-001, 2. Auflage. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-001
Deutsche Diabetes Gesellschaft: S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes. AWMF-Register-Nr. 057-013. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/057-013
Robert Koch-Institut: Diabetes mellitus – Prävalenz (ab 18 Jahre), RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland" 2024, Stand 07/2025. https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/DiabetesMellitus/DiabetesPraevalenz18Plus/diabetesPraevalenz_node.html?kennzahl=1&darstellung=0&zeit=2024&geschlecht=0&standardisierung=0
Robert Koch-Institut: Entwicklung von Prävalenz und Fallzahl des diagnostizierten Typ-2-Diabetes in Deutschland – Prognosen bis 2050. Journal of Health Monitoring 3/2025. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_03_Diabetes_Prognosen.html
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung: Administrative Prävalenz und Inzidenz des diagnostizierten Diabetes mellitus. Versorgungsatlas-Bericht Nr. 79 sowie Update 24/02. https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/79/einleitung/
Medizinisch geprüft von Dr. med. Michael Fiedler, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie (DDG, LÄK) · Stand: August 2026
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117, im Notfall an die 112.


