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Diabetischer Fuß: fünf Warnzeichen, die sofort abgeklärt gehören

Autorenbild: Dr. med. Michael Fiedler MHBA
Dr. med. Michael Fiedler MHBA
6. Sept.
5 Min. Lesezeit

Key Facts

  • Beim diabetischen Fußsyndrom schädigt der Diabetes gleichzeitig Nerven und Gefäße am Fuß.

  • Leitsymptom ist nicht der Schmerz, sondern seine Abwesenheit: Taubheit verhindert das Warnsignal Schmerz.

  • Rötung, Schwellung, Druckstelle oder Wunde gehören innerhalb von 24 Stunden untersucht.

  • Unbehandelt kann eine kleine Wunde in wenigen Tagen Sehnen und Knochen erreichen.

  • Vor jeder geplanten Amputation besteht ein gesetzlicher Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung.

  • Ärztliche Fußsprechstunde im DGZO jeden Donnerstag, akute Wunden jederzeit.


Viele Betroffene bemerken die Stelle am Fuß erst beim Ausziehen der Socken: eine Rötung an der Ferse, ein gelblicher Fleck im Strumpf, eine kleine Blase, die nicht wehtut. Genau das ist die Gefahr beim diabetischen Fuß – der Schmerz, der sonst zum Arzt schickt, fehlt. Wer die Anzeichen kennt, gewinnt die Tage, auf die es ankommt.

Im DGZO liegen Diabetologie und Gefäßmedizin in einer Praxis. Wir klären beides: Wie gut ist der Fuß durchblutet, und wie weit ist die Nervenschädigung fortgeschritten. Ein Schuhmachermeister ist in der Fußsprechstunde dabei und prüft Ihre Schuhe und Einlagen direkt vor Ort.

Typische Symptome: so zeigt sich der diabetische Fuß

Zwei Schäden treffen zusammen. Die Polyneuropathie nimmt dem Fuß das Schmerzempfinden, die Durchblutungsstörung nimmt ihm die Heilkraft. Beides zusammen ergibt das diabetische Fußsyndrom. Eine Druckstelle, die ein gesunder Fuß nach Stunden meldet und in Tagen abheilt, bleibt so unbemerkt und offen.

Diese fünf Warnzeichen sind die entscheidenden:

  1. Taubheit, Kribbeln oder ein Gefühl wie Watte unter der Fußsohle. Der Fuß meldet Druck und Hitze nicht mehr zuverlässig – oft zuerst nachts spürbar.

  2. Eine Druckstelle, Blase oder Hornhautschwiele, die sich dunkel verfärbt. Unter gelber oder bräunlicher Hornhaut liegt häufig bereits eine Wunde.

  3. Rötung, Schwellung oder Überwärmung eines Fußabschnitts. Ein einseitig warmer, geschwollener Fuß ohne Verletzung kann eine beginnende Infektion oder einen Charcot-Fuß anzeigen.

  4. Eine Wunde, die nach zwei Wochen nicht kleiner geworden ist. Jede nicht heilende Wunde am diabetischen Fuß ist ein Befund, keine Bagatelle.

  5. Kalte, blasse Füße, fehlender Fußpuls oder Wadenschmerz beim Gehen. Das spricht für eine periphere arterielle Durchblutungsstörung der Beine, die jede Heilung blockiert.

Nicht jede trockene Stelle am Fuß ist ein diabetisches Fußsyndrom – aber bei diesen fünf Zeichen sollte gezielt abgeklärt werden.

Diabetischer Fuß mit Wunde am Fuß in Lichtenberg, Hohenschönhausen, Spezialist und Diabetologe


Warum jeder Tag zählt - Diabetischer Fuß Warnzeichen

Eine oberflächliche Wunde am Fuß kann sich bei gestörter Durchblutung und fehlender Schmerzwarnung innerhalb weniger Tage in die Tiefe ausbreiten. Erreicht die Infektion Sehnenscheiden oder den Knochen, entsteht eine Osteomyelitis – eine Knochenentzündung, die sich mit Antibiotika allein oft nicht mehr beherrschen lässt. Dann steht die Entfernung von Zehen oder Fußanteilen im Raum.

Das ist der Grund für die klare Regel: Kommen Sie mit einer akuten Wunde, einer Rötung oder einer neuen Druckstelle am Fuß sofort vorbei, nicht beim nächsten Routinetermin. Eine Wunde, die heute noch oberflächlich ist, kann in einer Woche den Knochen betreffen.

Wichtig zu wissen: Vor einer geplanten Amputation beim diabetischen Fußsyndrom haben gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat diesen Eingriff ausdrücklich in das Zweitmeinungsverfahren aufgenommen.


Risikofaktoren: wer besonders aufpassen sollte

  • Lange Diabetesdauer und dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte – der stärkste Einzelfaktor für die Nervenschädigung.

  • Bereits bestehende Polyneuropathie, erkennbar an vermindertem Vibrations- oder Berührungsempfinden.

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit), auch ohne Beschwerden beim Gehen.

  • Eine frühere Fußwunde oder Amputation – das Wiederholungsrisiko ist deutlich erhöht.

  • Fußfehlstellungen, Hallux valgus, Krallenzehen, schlechtes Schuhwerk, unpassende Einlagen.

  • Rauchen, Nierenschwäche, eingeschränktes Sehvermögen – letzteres, weil der eigene Fuß nicht mehr kontrolliert werden kann.


Diagnostik: so klären wir ab

Die Leitfragen lauten: Liegt eine Nervenschädigung vor? Ist der Fuß ausreichend durchblutet? Und wie tief reicht eine bestehende Wunde?


Fußinspektion und Neuropathie-Test

Wir untersuchen beide Füße vollständig, einschließlich der Zehenzwischenräume. Vibrationsempfinden (Stimmgabel), Berührungsempfinden (Monofilament) und Temperaturempfinden zeigen, ob und wie weit die Nerven geschädigt sind. Dauer: etwa zehn Minuten.


Gefäßdiagnostik: Knöchel-Arm-Index und Ultraschall

Der Knöchel-Arm-Index vergleicht den Blutdruck am Knöchel mit dem am Oberarm; Werte unter 0,9 sprechen für eine Durchblutungsstörung. Bei Diabetes können verkalkte Gefäße den Wert falsch hoch ausfallen lassen – deshalb ergänzen wir die Untersuchung der Beinarterien mit dem Ultraschall.


Wund- und Infektionsbeurteilung

Bei bestehender Wunde bestimmen wir Tiefe und Ausdehnung, prüfen auf Knochenkontakt und entscheiden über Abstrich, Labor und weiterführende Bildgebung.


Schuh- und Einlagenkontrolle

Der mitbehandelnde Schuhmachermeister sieht sich Ihre Alltagsschuhe und Einlagen an: Wo drückt es, wo ist das Bettungsmaterial durchgelegen, passt die Versorgung noch zur aktuellen Fußform.


Therapie: was wirklich hilft

  • Druckentlastung – der wichtigste Baustein. Ohne Entlastung der Wundstelle heilt keine Wunde ab, unabhängig von jeder Salbe.

  • Stadiengerechte Wundbehandlung mit Abtragung von Belägen und Hornhaut, feuchter Wundversorgung und geplanten Verbandwechseln.

  • Durchblutung verbessern – bei relevanter Verengung gemeinsam mit der Gefäßmedizin, gegebenenfalls durch Aufdehnung des Gefäßes.

  • Infektion behandeln, bei Knochenbeteiligung in Abstimmung mit der Klinik.

  • Stoffwechsel und Risikofaktoren einstellen: Blutzucker, Blutdruck, Lipide, Rauchstopp.

  • Passende Schuhversorgung als Dauerlösung, damit die Wunde nach der Heilung nicht an derselben Stelle wiederkommt.


Ablauf im DGZO: in vier Schritten zum klaren Plan

  1. Termin – bei akuter Wunde am Fuß kommen Sie ohne festen Termin, sonst buchen Sie die Fußsprechstunde am Donnerstag.

  2. Untersuchung – Fußinspektion, Neuropathie-Test und Gefäßdiagnostik in einem Termin.

  3. Wundversorgung und Schuhcheck – Erstversorgung der Wunde, Beurteilung von Schuhen und Einlagen durch den Schuhmachermeister.

  4. Schriftlicher Plan – Sie erhalten Befund, Verbandsplan, Kontrolltermin und, wo nötig, die Verordnung für die Schuhversorgung.


Kurzfazit

Am Fuß entscheidet bei Diabetes nicht die Größe der Stelle, sondern wie schnell sie gesehen wird. Fehlendes Gefühl, Rötung, Schwellung, eine dunkle Druckstelle oder eine Wunde ohne Fortschritt gehören am selben Tag angeschaut. Tägliche Eigenkontrolle und passendes Schuhwerk verhindern die meisten dieser Verläufe. Diabetischer Fuß Warnzeichen war hilfreich? Lassen Sie gern ein Like da.


Häufige Fragen zum diabetischen Fuß

Wie oft sollte ich meine Füße selbst kontrollieren?

Täglich, am besten abends bei gutem Licht und mit einem Spiegel für die Fußsohle. Prüfen Sie Zehenzwischenräume, Ferse und Fußballen auf Rötungen, Blasen und Risse. Wer sich nicht bücken kann, lässt die Kontrolle von einer anderen Person übernehmen.


Ab wann ist eine Wunde am Fuß ein Notfall?

Eine Wunde mit Rötung, Schwellung, Überwärmung, üblem Geruch oder Fieber ist ein Notfall und gehört am selben Tag untersucht. Auch ohne diese Zeichen gilt: jede offene Stelle am diabetischen Fuß innerhalb von 24 Stunden vorstellen.


Warum tut der diabetische Fuß oft nicht weh?

Weil die Nervenschädigung das Schmerz- und Druckempfinden herabsetzt, bevor die Wunde entsteht. Der fehlende Schmerz ist kein gutes Zeichen, sondern das eigentliche Risiko – ohne ihn wird die Belastung der wunden Stelle einfach fortgesetzt.


Wer betreut den diabetischen Fuß im DGZO?

Die Fußsprechstunde führen Dr. med. Michael Fiedler, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie mit Weiterbildung Angiologie, und Dr. med. Ulrike Stützer, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Diabetologin DDG, gemeinsam durch. Ein Schuhmachermeister ist in der Sprechstunde anwesend und beurteilt die Schuhversorgung.


Reichen normale Sportschuhe bei Nervenschädigung aus?

Nein, sobald das Schutzempfinden vermindert ist, braucht der Fuß eine druckentlastende Versorgung mit weicher Bettung und ohne innenliegende Nähte. Welche Versorgungsstufe nötig ist, richtet sich nach Befund und Vorgeschichte und wird ärztlich verordnet.


Termin und Vorbereitung

Sie haben eine Druckstelle, eine Rötung oder eine Wunde am Fuß bemerkt? Kommen Sie damit sofort in die Praxis – mit einer akuten Wunde jederzeit, für die planbare Kontrolle in die ärztliche Fußsprechstunde jeden Donnerstag.

Bitte mitbringen: Vorbefunde, aktueller Medikationsplan, Ihr Diabetespass sowie die Schuhe und Einlagen, die Sie im Alltag tragen. Bitte vorab ausfüllen: die Online-Anamnese – so starten wir im Termin direkt mit der Untersuchung.

Termin online buchen: https://www.dgzo-berlin.de/termin Telefon: 030 24334370


Quellen und Leitlinien

Medizinisch geprüft von Dr. med. Michael Fiedler, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie (DDG, LÄK) · Stand: September 2026

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